LiftUp: Ein Konzept für positiven Einfluss
Valeriia platova, Samantha Selva, Thomas Niclot, Anzumana Sander
TEAM
September 2024
DATUM
Erinnerst du dich daran, wie es war, ein Teenager zu sein? Ich jedenfalls schon. Es ist eine Phase, in der man die ersten Schritte in Richtung Unabhängigkeit macht und beginnt, sich in der Komplexität des Lebens zurechtzufinden. Auf diesem Weg gibt es unvermeidlich Höhen und Tiefen, und gerade in schwierigen Zeiten ist ein unterstützendes Umfeld entscheidend.
Doch ist diese Unterstützung immer gegeben? In der heutigen Welt stehen Jugendliche vor einer Vielzahl an psychischen Herausforderungen, darunter Stress, Angst, soziale Isolation, Mobbing und der ständige Druck durch soziale Medien. Unser Team – Samantha, Anzumana, Thomas und ich – hatte fünf volle Tage Zeit, um diese Themen eingehend zu untersuchen und eine sinnvolle Lösung zu entwickeln.

Recherche, Visuelles Design, UI, Präsentation
ROLLE
LiftUp
UX/UI Design
PRODUKT
Recherche
Wir haben unseren Designprozess mit Sekundärrecherche begonnen und dabei zentrale Statistiken zum Thema psychische Gesundheit bei Jugendlichen gesammelt.
Was wir dabei herausgefunden haben, war sehr aufschlussreich:
Weltweit leidet jeder siebte Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren an einer psychischen Störung, was 13 % der globalen Krankheitslast in dieser Altersgruppe ausmacht.
83 % der Jugendlichen erleben mindestens ein traumatisches Ereignis während der Adoleszenz.
Depressionen, Angststörungen und Verhaltensstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und Beeinträchtigung bei Jugendlichen.
Um die Probleme und Herausforderungen moderner Teenager besser zu verstehen, haben wir eine Online-Umfrage mit 30 Teilnehmer:innen im Alter von 13 bis 18 Jahren durchgeführt, die uns weitere wichtige Einblicke geliefert hat. Hier sind die zentralen Erkenntnisse:
Was genau lässt Jugendliche sich in der Schule unwohl fühlen, und wie gehen sie mit Gefühlen der Einsamkeit um, während sie sich gleichzeitig nach Verbindung sehnen? Um dies genauer zu untersuchen, haben wir vier ausführliche Interviews geführt.
Aus unseren Interviews haben wir erfahren, dass die von uns befragten Jugendlichen erhebliche Schwierigkeiten in ihren Beziehungen zu Eltern und Lehrkräften erleben. Ihre Familien waren oft wenig unterstützend und in einigen Fällen sogar missbräuchlich. In der Schule verhielten sich Lehrkräfte häufig unprofessionell und reagierten teilweise sogar aggressiv, wenn Schüler:innen um Hilfe baten oder Fragen stellten.
Da ihnen diese zentralen Bezugspersonen fehlten, wandten sich viele Jugendliche an Freund:innen — sowohl online als auch offline — oder nutzten sogar KI-Assistenten als Unterstützung und zur Orientierung.
der Jugendlichen betrachten die Schule als die größte Stressquelle in ihrem Leben
der Jugendlichen betrachten die Familie als die größte Stressquelle in ihrem Leben
48%
20%
der Jugendlichen haben selten oder nie eine Person, mit der sie sprechen können.
20%
der Jugendlichen teilen ihre Probleme nicht mit ihrer Familie.

85%
NUTZERPERSONA
PROBLEMSTELLUNG
Jugendliche benötigen eine sichere und zuverlässige Möglichkeit, ihre Probleme zu teilen und emotionale Unterstützung zu erhalten, da sie sowohl in der Schule als auch im familiären Umfeld aggressivem Verhalten ausgesetzt sind und in ihrem Umfeld keine vertrauenswürdigen Erwachsenen haben, an die sie sich wenden können.
Ideenfindung und Aufgabenfluss
Wenn das Problem klar ist, beginnt die Ideenfindung. Zunächst mussten wir die Funktionen für unsere Website priorisieren. Da unser Team viele Ideen gesammelt hatte, nutzten wir die MoSCoW-Methode, um die wichtigsten Funktionen zu identifizieren.
Wir entschieden uns, eine App zu entwickeln, die Jugendliche mit einem umfassenden Unterstützungsnetzwerk verbindet — darunter Schul- und externe Psycholog:innen, Hotlines für emotionale Unterstützung sowie im Notfall auch Kontakte wie die Polizei.
Die App beginnt mit einem Chatbot für lockere Gespräche, der Probleme erkennen und in Echtzeit den Zugang zu passenden Fachpersonen ermöglichen kann. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, persönliche Termine mit Expert:innen zu vereinbaren, die Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen unterstützen.
Der zentrale Aufgabenfluss:
01
Log In
Emma öffnet die App und meldet sich mit ihrer eindeutigen Schülernummer an.

02
Home screen
Emma gelangt zum Startbildschirm. In diesem Szenario wählt sie die Chat-Option, um ihre Probleme zu besprechen.

03
Chatbot
Der Chatbot erscheint als erste Anlaufstelle und fungiert als Filter, um das Problem zu erkennen und passende Lösungen anzubieten.

04
Chatbot interaction
Emma beschreibt ihr Problem und liefert bei Bedarf entsprechende Nachweise.
05
Chatbot suggestions
Der Chatbot zeigt folgende Optionen: mit einer Psychologin/einem Psychologen chatten, einen Termin vereinbaren oder die eigene Geschichte anonym teilen und Unterstützung erhalten.
06
Psychologist online
Emma wählt „Chat mit Psycholog:in“. Sie führen ein Gespräch. Sobald das Problem gelöst ist, beendet Emma die Unterhaltung.

Mid-Fi Prototyp:
07
Follow-up
Die App fragt nach einer Nachbetreuung. Emma wählt diese Option und beendet den Chat.
Zur Validierung unseres Konzepts haben wir unsere Zielgruppe kontaktiert, um Feedback einzuholen. Die Rückmeldungen waren positiv und viele sahen in der Idee großes Potenzial. Allerdings müssten Jugendliche die App selbst nutzen, um Vertrauen in das Produkt aufzubauen.
Jetzt ist es Zeit, Farbe hinzuzufügen und das Produkt zum Leben zu erwecken!

Design
Wir haben eine helle und freundliche Farbpalette sowie eine moderne, verspielte Schriftart ausgewählt. Ziel war es, eine vertrauenswürdige und jugendfreundliche Umgebung zu schaffen, in der sich Jugendliche gerne aufhalten.
High-Fi Prototyp
User Testing
Nach der Erstellung des High-Fidelity-Prototyps haben wir diesen mit unserer Zielgruppe getestet.
Insgesamt wurde das Design für seine hohe Qualität, das starke Branding und den passenden Stil für die App gelobt. Auch die Farben und Illustrationen wurden positiv hervorgehoben.
Eine Person äußerte jedoch die Bedenken, dass das Branding möglicherweise die Ernsthaftigkeit des behandelten Themas unterstützen oder beeinträchtigen könnte.

Nächste Schritte und wichtigste Erkenntnisse
Es gibt noch viel zu tun. Wir müssen die verbleibenden Screen-Designs fertigstellen und weitere Runden von Nutzertests mit einer größeren Gruppe von Jugendlichen durchführen, um detailliertes Feedback zu Usability, Funktionen und Gesamtdesign zu sammeln. Die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen wird ebenfalls entscheidend sein, um die App zu bewerben und Onboarding-Sessions für Jugendliche anzubieten.
Dieses Projekt war eine großartige Erfahrung für unser Team. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, Ideen zu priorisieren, auch wenn alle wertvoll erscheinen, und uns auf ein zentrales Problem zu konzentrieren, um es wirklich zu verstehen.
Ich bin stolz, Teil eines Projekts zu sein, das eine UX-Design-Lösung entwickelt, die Jugendlichen hilft, sich in der heutigen herausfordernden Welt zurechtzufinden und sich besser zu fühlen.